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Burschenschaftlicher Abend: Landvolkbewegung in Schleswig-Holstein

Ein weiterer Bundesbruder hielt dieses Semester einen Vortrag zur Bestätigung seines Zweitbandes. Inhaltlich handelte dieser von der Landvolkbewegung in Schleswig-Holstein, einem heutzutage kaum noch bekannten Phänomen zum Höhepunkt der Weimarer Republik.

Aktuelle Zusammenhänge ergaben sich durch die Bezugnahme heutiger Bauernproteste. Im Jahr 2020 konnte man die damalige Fahne der Landvolkbewegung wieder sehen. Eben weil dieser Bezug heutzutage medial sehr kritisch hinterfragt wird, sollte der Vortrag Hintergrundwissen liefern.

Anlass für die damaligen Aufstände war die Wirtschaftskrise, die zusammen mit steigenden Steuern für Unmut unter den Bauern sorgte. Dieser Unmut äußerte sich zunächst in einfachen Demonstrationen, schlug aber später auch in Anschläge auf Regierungsvertretungen um. Teile der Weimarer Republik wurden an den Rand ihrer Belastungsfähigkeit gebracht. Später schloss sich die Landvolkbewegung teilweise den Nationalsozialisten an, obwohl diese frühzeitig einen Unvereinbarkeitsbeschluss gefasst hatten.

Schließlich folgte eine Diskussion darüber ob die damalige Bewegung mit den heutigen Bauernprotesten vergleichbar sind. Fazit dessen war, dass das revolutionäre Klima in weiten Teilen der Weimarer Republik natürlich nicht mit der heutigen Gesellschaft vergleichbar ist. Allerdings stellen die Sorgen der Bauern ein ernsthaftes Anliegen dar, das es nicht zu unterschätzen gilt.

Die kritische Betrachtung der Gesellschaft und eine vergleichende Betrachtung mit der Geschichte gehören zum Selbstverständnis eines jeden Burschenschafters. Unser Anspruch ist es, Geschichte nicht zu vergessen, damit Lehren daraus gezogen werden können.

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